27. Mai 2024
Bauantrag Frankreich

Haus bauen in Frankreich – Baugenehmigung und Co.

Jetzt wollte ich einmal von dem Weg zur Baugenehmigung berichten. Zuerst haben wir gedacht, das sei ganz einfach. Aber schon bald stellte sich heraus, dass man vieeeel Geduld und gute Nerven mitbringen muss.

Bauantrag stellen in Frankreich – mit Hilfe

Bevor wir den Antrag einreichten, fragten wir bei der Mairie in Plonévez-du-Faou nach, was wir benötigen. Sie gaben uns Unterlagen mit. Da unsere Französischkenntnisse mangelhaft sind, brauchten wir Hilfe beim Ausfüllen des Antrags. Für solche und andere Dinge möchte ich euch die Ute Pantel empfehlen. Sie hat uns bereits bei einigen Behördengängen geholfen und das funktioniert auch gut via Skype. Sie ist wirklich Gold wert. Klickt hier und ihr gelangt zur Webseite von Ute: Klickst du hier.

So gaben wir den Antrag mit Bauzeichnungen und anderen Dokumenten wieder bei der Mairie ab. Das Ganze wurde sich angeschaut und abgenickt. Juhu, dachten wir, das war ja einfach. Kein „Falta Papeles“ (es fehlen Papiere), wie wir es von Spanien kennen. Vergnügt und fröhlich sagten wir „Au revoir“ und wir waren uns sicher, dass wir im kommenden Jahr (2022) mit dem Bau beginnen könnten. …

Fehlende Unterlagen und Architekt

Jo und dann gings los, das Behörden-Drama. Es dauerte nicht lange, als ich die erste E-Mail erhielt. Irgendwas fehlte. Ok, eingereicht. Es dauerte nicht lange, bis ich die nächste E-Mail erhielt. Wieder fehlte etwas. Also nochmal nachgereicht. Es dauerte nicht lange…

Leute, ich dachte, ich sei im falschen Film. Irgendwie waren die Beamten nicht in der Lage, mir einmal eine Liste oder Ähnliches zu senden, mit allem, was für den Bauantrag notwendig ist. Wahnsinn. Auch die SPANC für den Abwassertank war „grandios“ (das ist Ironie!). Wir hatten beim Kaufvertrag ein Gutachten der SPANC dabei. Aber das war der SPANC zu alt – obwohl sich hier auf dem Grundstück nichts verändert hatte. Das Grundstück war vorher einfach Nutzgarten. Also musste ein neues Gutachten her. Wir waren zu der Zeit in Spanien. Ich bin nicht sicher, ob überhaupt jemand für Bodenproben bei uns im Garten war. Aber die Rechnung dafür (ein paar hundert Euro), die kam ganz schnell.

Die Sache mit dem Architekten

Wir waren ständig damit beschäftigt, irgendwas nachzureichen. Nachher ging es vor allem um Zeichnungen. Gerd ist Zimmermeister und hatte die ganzen Zeichnungen per Hand angefertigt. Im digitalen Zeitalter kann scheinbar niemand mehr solche Zeichnungen lesen.

Eigentlich hätten wir für unsere geplante Hausgröße (50 qm Wohnfläche) gar keinen Architekten gebraucht. Letztlich verlangten sie aber 3-D-Zeichnungen und die konnten wir nicht liefern. Also haben wir einen Architekten beauftragt. Wir haben P.C.M. den Auftrag gegeben. Die haben das auch schnell und gut erledigt, sodass wir alles Fehlende einreichen konnten.

Das Dingen mit der Chapelle im Dorf

Das Bauamt gab das Ok. Aaaaber: In unserem Dörfchen steht eine Kapelle und die steht unter Denkmalschutz. Somit hat der Architecte Culturel (oder so ähnlich) das letzte Wort. Von ihm bekamen wir irgendwann sehr spät abends eine E-Mail. Und da stand drin: Wir müssten zwei Seitenwände verschiefern und die Fenster hätten die falsche Maße usw. Ich hätte ihm gerne gesagt, dass er doch die Kirche im Dorf lassen sollte :))

Die Mail mit dem Schreiben habe ich an P.C.M. weitergeleitet. Wir hatten eine Frist von 2 Wochen, um die Änderungen einzureichen. Jetzt war der zuständige Architekt in Urlaub und somit verstrich die Frist. Er hatte dann die Zeichnungen erneuert (Seitenwände müssen wir nu nicht verschiefern – hat kein Haus im Dorf). Wir reichten es ein, aber wegen verstrichener Frist galt das Ganze als neuer Antrag. *schreiiiii*.

Endlich Bauantrag in der Hand

1,5 Jahre später und zwar Ende September 2022 bekamen wir die Baugenehmigung. Was würden wir heute anders machen? Direkt einen Architekten beauftragen! Die kennen sich mit den Gepflogenheiten der Ämter aus und wissen, was gefragt ist. Was würden wir wieder machen? Die Ute Pantel um Hilfe bitten. Das tun wir übrigens immer mal wieder. Der Umzug nach Frankreich bringt ja noch weitere Gänge mit sich.

Wie ging es weiter?

Nachdem wir die Genehmigung in der Tasche hatten, besorgten wir uns im Baumarkt ein Baustellenschild. Das muss man mit Datum der Genehmigung und Antragsnummer sichtbar aufs Grundstück platzieren.

Das Amt schickt einem weitere Dokumente zu. Eins muss man einreichen, sobald man mit dem Bau beginnt. Das andere wird eingereicht, wenn der Bau beendet ist.

Falls ihr Fragen habt, dann schreibt mich ruhig an.

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